Rassenachweis beim Harzer Fuchs – DNA Tests –

Der Hund sieht aus wie ein Fuchs? Aber was steckt tatsächlich drin?

Häufig werde ich angesprochen und gefragt, ob ich nicht auch der Meinung bin, dass dies – Fingerzeig auf einen fuchsfarbenen Hund aus dem Tierheim – ein Harzer Fuchs sei. Eigentlich sage ich, dass ich die Frage nicht beantworten kann, denn nur weil der Hund fuchs-braun ist und die Größe und Statur dem eines Harzer Fuchse nahe kommt, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, dass dieser Hund tatsächlich der Rasse angehört.

Briska vom Moorfeld “Phoebe” – mitteldeutscher Fuchs mit AAH Papieren

Jetzt, da altdeutsche Hütehunde immer beliebter werden, werden auch mehr und mehr Hunde die diesen ähneln im Tierheim als altdeutsche Hütehunde oder deren Mixe deklariert. Mit Gewissheit lässt sich das meiner Meinung nach aber tatsächlich nur dann sagen, wenn die Elterntiere bekannt sind und über eine Ahnentafel verfügen. Das heißt bei weitem nicht, dass ein Hund / altdeutscher Hütehund mit Papieren der bessere oder der gesündere Hund ist. Ich möchte damit nur sagen, dass sich einzig über Dokumentation der Vorfahren bei dieser Rasse eindeutig nachvollziehen lässt “wo der Hund herkommt” und was drin steckt. Deshalb sollten meiner Meinung nach auch erhobene Gesundheitsdaten dokumentiert werden. Oft ist es so, dass man bei Mischlingen einen bestimmten Rasseanteil gar nicht sieht. Faith stammt aus einem “Ups”-Wurf und es ist in knapp 16 Jahren niemanden gelungen die Mischung zu erkennen.

FaithElterntiere bekannt

Die Mutter von Faith war ein reinrassiger Golden Retriever. Klar kann man sehen, dass sie kein reinrassiger Husky war. Aber Hand aufs Herz, wer hätte auf 50% Golden Retriever getippt. Hätte ich die Elterntiere nicht gesehen – ich definitiv nicht.

Wie finde ich nun aber heraus welche Rasse in meinem Hund steckt, wenn ich die Elterntiere nicht kenne?

Ich bin davon überzeugt, einfach nur durch die Optik lässt sich keine solide Schlussfolgerung ziehen. Aber Moment! Die Eigenschaften passen auch total auf die des altdeutschen Hütehunds. Er interessiert sich fürs Vieh und würde sicherlich gut hüten, hat viel Energie und ist sehr aufmerksam, reagiert auf Bewegungsreize und und und – passt doch. Nun ja – auch das trifft auf viele Hunderassen zu und ist meiner Meinung nach kein Grund den Hund mit Sicherheit einer bestimmten Rasse zu zuordnen.

Guardian Peak’s Amazing “Alice” – mitteldeutscher Fuchs mit AAH Papieren

Jetzt nochmal Klartext. Eigentlich könnte es einem doch völlig egal sein, ob der Hund, den man sich ausgesucht hat, einer bestimmten Rasse angehört, ein Mischling dieser Rasse oder gar einer völlig anderen Rassen angehört. Es sei den man wollte ursprünglich eine bestimmte Rasse, um definierte Optik und typische Eigenschaften für die Arbeit, den Sport oder die Zucht zu erhalten. Dann sollte man sich vorher mit Linien und Stammbäumen intensiv auseinandersetzen und sich um einen Hund bemühen, der mit hoher wahrscheinlich die gewünschten Eigenschaften mitbringt.

Das wichtigste ist, dass man den Hund den man sich ausgesucht hat liebt und glücklich mit ihm ist, unabhängig von Stammbaum und Rassenachweis. Mir fällt jedoch auf, dass es viele tatsächlich umtreibt und sie wissen wollen, was in ihrem Hund steckt. Absurderweise wird teilweise vehement darauf bestanden, dass ein bestimmter Hund ein reinrassiger Vertreter der Rasse sei. Da frage ich mich immer …was macht das für einen Unterschied, wenn ich nicht Züchten möchte ist es doch egal. Reinrassiger Fuchs: Mag sein, mag aber auch nicht sein. Wer sich ganz sicher sein will der muss die Elterntiere kennen, welche idealerweise durch Papiere die Vorfahren dokumentiert haben. Kenne ich diese aber nicht… dann gibt es ja noch Gentests… aber funktionieren diese zum Rassenachweis bei altdeutschen Hütehunden?

Guardian Peak’s Agent Cooper und Guardian Peak’s Amazing Alice – mitteldeutsche Füchse mit AAH Papieren

Gentests beim Hund

Gentests beim Hund sind nichts Neues und gibt es schon lange. Besonders in der Zucht werden sie genutzt um herauszufinden, ob Tiere ein bestimmtes Gen tragen, welches in Verbindungen mit vererbbaren Krankheiten steht. Man kann herausfinden welche Farben ein Hund genetisch in sich trägt und damit vererben kann. Gentests kann man aber auch nutzen um herauszufinden, welcher spezifischen Rasse ein Hund angehört bzw. welche Rassen zu welchem Anteil in einem Mischling vorhanden sind.

DNA Test zur Rassebestimmung des Harzer Fuchses?

[Werbung] Ich habe mich mit Feragen in Verbindung gesetzt und diese Frage besprochen. Feragen ist ein Unternehmen in Österreich, welches sich die Gesundheit der Tiere zur Aufgabe gemacht hat. “Prävention statt Intervention” durch genetische Forschung, um genetisch verursachten Erkrankungen entgegenzusteuern. Feragen hat neben unzähligen DNA-Tests, die sich auf vererbbare Krankheiten verschiedenster Rassen beziehen auch einen DNA Test Hund zur Rassebestimmung.

Fuchs, Husky-Mix, Fuchs, Aussi, Viszla

Um eine Rasse bestimmen zu können benötigt man eine ausreichend große Datenbasis. Diese ist Voraussetzung für eine verlässliche Zuordnung. Die Datenbank für die Auswertung wächst bei Feragen ständig und umfasst unzählige unterschiedliche Rassen inklusive Rassevarietäten.

Bisher gibt es jedoch keine ausreichend große Datenbasis für altdeutschen Hütehund bzw. den Harzer / mitteldeutschen Fuchs. Das hat zur Folge, dass eine Blutprobe eines nachweislich reinrassigen Harzer Fuchses, die an das Labor geschickt wird “nur” die Mischung aus genetisch engen Verwandten identifizieren würde. Dementsprechend macht ein Gen-Test zum Rassenachweis eines altdeutschen Hütehund bisher keinen Sinn.

Allerdings ist es natürlich kein Problem und sogar sicherlich sinnvoll Gen-Tests auf genetisch Erkrankung zu machen. Besonders für die Zucht empfinde ich es als ratsam. Aber auch ein Test auf Medikamentenunverträglichkeit (MDR1-Test) kann ohne Zucht-Gedanken sehr sinnvoll sein.

Fazit

Phoebe und Alice haben Papiere des AAH welche die Abstammung und Vorfahren aufzeigen. Besonders für die Zucht finde ich das wichtig, denn so lässt sich u.a. Inzucht vermeiden. Besonders bei einem so engen Genpool wie es bei den altdeutschen Hütehunden anzutreffen ist, finde ich Ahnentafeln und Tests zur Gesundheit sehr sinnvoll. Ein Gentest kann bisher die Reinrassigkeit von altdeutschen Hütehunden nicht nachweisen.

[Werbung] Super spannend fand ich, als ich bei meiner Recherche und in meinem Gespräch mit Feragen herausfand, dass man mit genetischen Analysen und genetischer Dokumentation von Rassevertretern die Zucht / Verpaarungen so planen kann, dass die genetische Vielfalt in der Rasse möglichst groß bleibt und nicht durch bestimmte Verpaarungen die genetische Vielfalt der Rasse eingeengt wird. So kann man mit Gen-Tests den Arterhalt von gefährdeten Rassen unterstützen. Dies muss natürlich als großes Projekt aufgezogen werden. Bisherige und mögliche Zuchthunde müssen nicht nur gelistet sondern auch deren DNA Profile hinterlegt werden. Dann müssen sinnvolle Verpaarungen umgesetzt werden. Evtl. könnte dies auch für den Erhalt des Schafpudels genutzt werden.

Für mich und meine Hunde finde ich das Thema DNA Tests zur Überprüfung auf genetische Erkrankungen spannend. Dafür gibt es rassespezifische Gen-Test Pakete welche expliziert auf für die jeweilige Rasse relevanten genetische Erkrankungen testen. Auch hier gibt es aber keinen Test extra für Altdeutsche Hütehunde. Tendenziell kann man sich aber an typischerweise bei Hüte- und Schäferhunden getesteten Genen orientieren. Selbstverständlich kann man bei so gut wie allen Anbietern auch einzelne Test ins Auftrag geben. [Werbung] Feragen bietet aber auch ein gesamt Paket (DogCheck) für reinrassige und Mischlinshunde an. Der DogCheck testet auf 150 genetische und rassespezifische Erkrankungen. Aus Interesse werde ich bei meinen Hunden mal einen Test auf genetische Erkrankungen durchführen lassen. Besonders bei Border Collie Sykes interessiert mich, was er genetisch mitbringt.

Darker than Dark Off the Hook “Sykes” – Border Collie – FCI

*keine Kooperation – Werbung da Nennung – unbezahlt

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