Altdeutscher Hütehund | Harzer Fuchs

Hier möchten wir euch einen kurzen Überblick über die Altdeutschen Hütehunde und speziell den Harzer / Mitteldeutschen Fuchs geben. Wir haben uns schon lange vor Phoebe, unserem ersten mitteldeutschen Fuchs, intensiv mit Hunderassen auseinander gesetzt. Bevor wir uns für einen bestimmten Typ Hund entschieden haben, mussten wir uns erst einmal klar werden: welche Eigenschaften sollte unser Hund eigentlich mitbringen? Für uns war es nämlich sehr wichtig einen Hund zu finden, der wirklich zu uns passt. Wir wollten einen Familienhund, der sowohl Rettungshund als auch Agility Partner werden würde. Unser Hund sollte so einiges vereinen; er sollte gelehrig, ausdauernd, sportlich, triebstark, schnell, selbstständig und gleichzeitig führig sein. Vor allem aber sollte er gesund sein. Nach langem recherchieren ist die Entscheidung dann gefallen, ein Fuchs soll es sein. Ob sich ein solcher Hund als Familienhund eignet? Meine Einschätzung dazu findet ihr >hier<. 

Der altdeutsche Hütehund

Alle Füchse sind altdeutsche Hütehunde, aber nicht alle altdeutschen Hütehunde sind Füchse. Alle Altdeutschen verbindet ein sehr ausgewogener und muskulöser Körperbau. Dieser ermöglicht langes, ausdauerndes und kräftesparendes Traben. Es gibt verschiedene Schläge der altdeutschen Hütehunde.  Darunter Fuchs, Gelbbacke und Schwarzer. Diese haben eine Schulterhöhe um die 55 cm und sind häufig in Nord- und Mitteldeutschland zu finden. Im südlichen Deutschland finden sich eher der etwas größere und kräftigere Strobel und der Süddeutsche Schwarzer. Weitere Schläge sind Tiger und Schafpudel.

Altdeutschen Hütehunden liegt das Hüten bis heute im Blut. Man schätzt sie für ihr ehrliches Wesen, robuste Gesundheit und große Anpassungsfähigkeit. Der unbändige Arbeitswille, Führigkeit, Verlässlichkeit, Eigenständigkeit, Wachsamkeit, ein schadloser Griff in den Nacken, die Rippen oder die Keule gepaart mit einer ausdauernden Hütebereitschaft zeichnen die altdeutschen Hütehunde aus.

Man sollte das Jahrhunderte alte Erbe der Hütehunde nicht unterschätzen, es ist bis heute präsent und für die Verhaltensweisen mit oder ohne Herde prägend. Altdeutsche Hütehunde sind anspruchsvolle Hunde, die beschäftigt werden möchten. Sie sind triebstark und reagieren sehr stark auf Bewegungsreize.

Der Fuchs – das Rassebild

Quasi jeder Altdeutsche Hütehund, der ein rotes / rötliches Fell hat wird als Fuchs bezeichnet. Füchse können eine schwarze Maske, Latz oder Decke aufweisen, ebenso wie weiße Abzeichen auf Brust und Pfoten. Sie sind schnell und wendig, zeigen einen enormen Arbeitswillen und Trieb. Auffällig ist ihr wacher Blick, eine schnelle Auffassungsgabe und Intelligenz.

Wir werden häufig darauf angesprochen, ob Phoebe ein Harzer Fuchs sei. Oft bejaen wird dies einfach, da es der Sache schon ziemlich nahe kommt. Technisch gesehen ist sie allerdings ein mitteldeutscher Fuchs.

Mitteldeutscher Fuchs

Der Mitteldeutsche Fuchs ist ein eher leicht gebauter, schlanker, gut proportionierter Hund mit einer Schulterhöhe von ca. 55 cm. Er zeichnet sich durch einen muskulösen Körperbau aus. Im Vergleich zu den Süddeutschen Schlägen ist er etwas filigraner.

Guardian Peak’s Amazing Alice – 52cm – 18kg

Hier die Beschreibung des Mitteldeutschen Fuchses der Arbeitsgemeinschaft für Altdeutsche Hütehunde (AAH):

Schlanke, gut proportionierte Hunde mit muskulösem, annähernd quadratischem Körperbau, um die 55 cm Widerristhöhe. Ausdauernde Traber mit sehr guten Arbeitseigenschaften, Rippen- oder Keulengriff. Körperbau feingliedriger als bei den süddeutschen Schlägen.

 

Kopf trocken, nicht zu breiter Schädel mit gut entwickeltem Stop und ausgeprägtem Hinterhauptbein, Ohren mittelgroß, ein kleines Dreieck bildend und nicht zu eng angesetzt, meist Stehohren, Kippohren möglich. Kopf und Fang etwa gleich lang, die Schnauze einen stumpfen Keil bildend mit Scherenbiss.

 

Der Nasenschwamm ist meist schwarz, die Lefzen sind dunkel pigmentiert. Die Augen sind groß, rund bis leicht mandelförmig und gerade gestellt, ihre Farbe ist dunkel bis hell bernsteinfarben, die Lidränder sind meist schwarz. Der Ausdruck sollte sehr aufmerksam sein.

 

Die Vorder- und Hinterläufe sind gerade, die Gelenke gut gewinkelt. Die Pfoten sind fest und rund, Vorder- und Mittelfuß straff und fest. Der Rücken ist gerade, die Rippen leicht gewölbt, der Brustkorb zur Lende aufgezogen. Die Rute ist lang, leicht geschwungen und dicht und lang behaart. Doppeltes Haarkleid mit weicher Unterwolle, im Hals- und Brustbereich sowie an den Läufen besonders dicht und lang.

 

Die Fellfarbe variiert von falbfarben bis dunkelrot mit oder ohne schwarze Maske, dunkle Sattelung oder Stromung ist möglich, ebenso helle Maske und Abzeichen.

 

Die drei Farbschläge der Mitteldeutschen Hütehunde (Schwarzer, Gelbbacke und Fuchs) dürfen untereinander verpaart werden und können gemeinsam innerhalb eines Wurfes auftreten.

Der Harzer Fuchs erfreut sich mittlerweile immer größerer Beliebtheit und ist wieder recht verbreitet. Es sind ursprüngliche Kuhhunde des Harzer Rotviehs – für Schäfer ist es unerheblich ob der Bezeichnung Fuchs auch noch „Harzer“ hinzugefügt wird. Konkret werden die Füchse, die noch im Harz an den Herden arbeiten oder deren Vorfahren aus diesem Gebiet stammen, als Harzer Füchse bezeichnet.

Wenn ihr mehr über die altdeutschen Hütehunde wissen wollt, dann solltet ihr unbedingt auf der Seite des AAH vorbei schauen.