Agility | running contacts Training mit Sykes

Trainiere Running Contacts, haben sie gesagt. Das wird ein Spaß, haben sie gesagt…

Warum running contacts und wie?

Jetzt mal im Ernst…, wenn man vor hat irgendwo vorne in A3 bzw. auf EO oder WM Qualis mit zulaufen kommt man meiner Meinung nach nicht wirklich an running contacts vorbei. Mit Phoebe hatte ich wunderschöne 2on 2off, aber wenn ich es richtig eilig hatte habe ich sie einfach vor dem Stop aufgelöst und rennen lassen. Diese nicht explizit trainierte “runnings” Variante ist aus eigener Erfahrung ziemlich fehleranfällig und gleichzeitig doch irgendwie langsamer als richtig trainierte running contacts. Ich kenne nur eine Hand voll super ausgebildete Hunde, die tatsächlich “trotz” 2on 2off mit den Zeiten der runnings Hunde mithalten können. Es ist nämlich auch nicht wirklich leicht super schnelle und verlässliche 2on 2off zu trainieren. Aber um es vorweg zu nehmen: ich persönlich finde das 2on 2off Training leichter, deutlich weniger zeitintensiv und auch weniger frustrierend.

[Werbung da Namensnennung] Seit ich Sykes habe, mache ich mir Gedanken um running contacts Training. Ich war mir von Anfang an sicher, Sykes wird running contacts machen. Aber ich hatte absolut keine Ahnung, wie ich es trainieren sollte. Es gibt viele vielversprechende Methoden. Mona Grefenstein arbeitet über das “shapen” der Zone und es gibt viele großartige Hunde, die mit dieser Methode sehr erfolgreich und zielsicher treffen. Anne Lenz, Katarina Podlipnik und mittlerweile auch Silvia Trkman arbeiten mit einem Target. Ich habe mich für einen weiteren Kurs bei Silvia Trkman angemeldet und ab Februar 2019 ging es dann los. Unser Abenteuer running contacts – mit all seinen höhen und tiefen – begann.

Running Contacts – Unser Aufbau

Ganz zu Anfang – Target Training

Für uns ging es mit klassischen Target Training los. Das Pfoten Target kannte Sykes bereits aus der “Puppy Class“. Nun musste Sykes lernen über das Target zu laufen, vorzugsweise zu rennen und idealerweise mit der Hinterhand zu treffen. Genau da lag für uns die Schwierigkeit. Die Trefferquote insgesamt war von Anfang ziemlich gut. Aber Hinterhandtreffer eher rar. Gleichzeitig war es für mich super schwer die Treffer überhaupt korrekt zu sehen, geschweige-denn festzustellen, ob nun die Vorhand oder Hinterhand getroffen hat. Ich hatte mir eine “Klingelmatte” besorgt um wenigsten die Treffer immer mitzubekommen. Das Problem ob Vorder- oder Hinterhand blieb bestehen. Bei blinden Wechseln oder wenn ich deutlich voran gerannt bin, hatte ich nur mit Hilfe einer zweiten Person die Chance Hinterhandtreffer zu identifizieren und zu “jackpoten”. Ich gestehe, insgesamt sind mir beim Belohnen viele Fehler passiert und das hat es Sykes natürlich nicht leichter gemacht.

Die ersten Target Trainings im running contact context

Wir blieben also fleißig und haben mit dem Target auf dem Boden geübt was das Zeug hält. Gerade Linien, gebogene Linien, mit französischen Wechsel, mit belgischen Wechsel, soft und hard turns. Sykes traf immer verlässlicher und auch die Hinterhandtreffer wurden mehr und mehr. Langsam wurde auch ich besser dabei Treffer zu sehen. Da alle Pfoten von Sykes etwas weißes haben, habe ich bei der Unterscheidung zwischen Vorder- und Hinterhand bei voller Geschwindigkeit bis heute meine Probleme (abhängig von meiner Position). Etwas Abhilfe hat mir das einwickeln der Hinterhand mit roten Tape gebracht – so fällt es mir deutlich leichter.

two planks – weiter geht es auf zwei Planken

Ursprünglich sollte ich mit einem längern Teppich und dem Target am Ende weitermachen. Leider war meine Teppich Variante zu kurz und wir kamen nicht so gut damit zurecht. Eine Planke war aufgrund des großen Raumgriffes von Sykes Galoppade ebenfalls nicht zielführend. Wir sind also direkt auf zwei gut aneinander befestigten Steg-Planken umgestiegen. Anfangs lagen diese noch flach auf dem Boden aber nach einer Session habe ich sie mittig ein wenig aufgebockt sodass eine “kuppe” entstand. Weiterhin hatten wir viele Vorhandtreffer aber kaum noch Hinterhandtreffer.

Das war wohl nichts…Frustration pur

Teilweise fing Sykes sogar an richtig in die Zone zu springen, allerdings immer mit der Vorhand zielend. Mein Versuch diese Vorhandtreffer nicht mehr zu belohnen ging ordentlich nach hintern los. Ich hatte kaum noch was zu belohnen, da Sykes einfach nicht mit der Hinterhand traf aber feststellte das Vorhandtreffer nicht zur gewünschten Belohnung führten. Statt wie bisher voll Speed über den Steg zu rennen wurde er langsamer und trabte mit allen vier Pfoten über das Target. Ich hatte ihn total verunsichert und er wusste einfach nicht was ich von ihm wollte. Silvia stand mir mit Rat und Tat zur Seite und motivierte mich nicht aufzugeben.

Er hopst förmlich um irgendwie das Target mit der Vorhand zu treffen
Nach diesem ernüchternden Training ging es direkt wieder zum Target am Boden. Kein Speed, kein Selbstvertrauen. Einfach traurig anzuschauen.

Ich sollte wieder einen Schritt zurück. Target am Boden und später doch nochmal langer Teppich (eben ein längerer Teppich als der zuvor). In meiner Frustration habe ich fast einen Monat kaum was gemacht und wenn dann zwischendurch kurze Einheiten mit dem Target am Boden. Später habe ich dann die Teppich Variante nochmal versucht und es klappt recht gut.

Auf ein Neues mit “two planks”

Nachdem ich meine Trainingsergebnisse an Silvia geschickt hatte, hatte ich endlich wieder das “go” für die zwei Planken. Und siehe da: es war deutlich besser. Gutes Tempo, viele Vorhandtreffer aber auch einige Hinterhandtreffer. Ich bin dazu über gegangen die Vorhandtreffer mit Futter und die Hinterhandtreffer mit Spielzeug zu belohnen. Für die Belohnung mit Futter nutzte ich häufig den Treat and Train. Wir blieben eine ganze Weile auf nur zwei Planken bis wir relativ verlässlich Hinterhandtreffer hatten und auch hard und soft turns in beide Richtungen sowie die verschiedenen Wechsel funktionierten. Nach einer Weile hatte ich einen geeigneten Startpunkt gefunden damit Sykes gut traf. Nachdem wir eine Weile immer an diesem Punkt starteten um möglichst häufig belohnen bzw. jackpoten zu können, habe ich angefangen Startpunkte zu variieren oder mal einen Tunnel als Verleitung und Ablenkung in die Nähe zu legen.

Nach viel viel Training am Boden mit dem Target endlich wieder ein richtig gutes Training an zwei Stegplanken. Nach so viel Frustration einfach wunderbar 🙂

Wir blieben eine ganze Weile auf nur zwei Planken bis wir relativ verlässlich Hinterhandtreffer hatten und auch hard und soft turns in beide Richtungen sowie die verschiedenen Wechsel funktionierten. Nach einer Weile hatte ich einen geeigneten Startpunkt gefunden damit Sykes gut traf. Nachdem wir eine Weile immer an diesem Punkt starteten um möglichst häufig belohnen bzw. jackpoten zu könnten habe ich angefangen Startpunkte zu variieren oder mal einen Tunnel als Verleitung und Ablenkung in die nähe zu legen.

Endlich der ganze Steg – drei Planken

Unbeschreiblich wie sehr ich mich gefreut habe endlich drei Planken nutzen zu können. Es dauerte jedesmal eine Ewigkeit die zwei Planken sicher zu verbinden und aufzubauen. Mit drei Planken musste ich den Steg nur “runterbauen” in meinem Fall auf Bierkästen stellen.

Das erste Mal drei Planken – also der ganze Steg 🙂

Auch hier blieben wir eine ganze Weile sehr niedrig. Einfach weil auch bei diesem Set-up wieder mehr Vorhandtreffer vorkamen. Die Trefferquote, nimmt man Vorhand und Hinterhand zusammen, war eigentlich von Anfang an – schon mit dem Target am Boden – durchweg sehr gut, nehmen wir unseren Rückschlag, bei dem ich Vorhandtreffer mal nicht mehr belohnt hatte raus. Langsam arbeiteten wir uns Bierkasten um Bierkasten nach oben.

höher und höher
ein perfekter Treffer am Steg :)
So machen running contacts Spaß. Wenn doch jeder Treffer so großartig wäre.

Was es alles zu beachten gab

Eigentlich hätte ich viele Übungen schon mit einem statischen Spielzeug machen sollen. Aber für uns kam Silvia zu dem Schluss, dass das zu beginn noch nicht das Mittel der Wahl ist. Die Videoanalysen zeigten, dass Sykes um einiges kürzer trat und nicht ganz so schnell lief, wenn das Spielzeug bereits hinter dem Steg lag (selbst wenn dieses gut sieben Meter entfernt lag). Also blieb nur: Spielzeug in der Hand oder mit einer zweiten Person trainieren, die das Spielzeug hielt und dann belohnte. Natürlich habe ich nebenbei daran gearbeitet irgendwann auch mal mit statischen Spielzeug trainieren zu können.

Jede neue Übung birgt neue Herausforderungen. Wechsel, soft und hard turns, Geräte vor dem Steg oder Führtechnik varianten hinter dem Steg. Alles sollte kontinuierlich geübt und wiederholte werden.

Mein Fazit Mitte Juni 2019

Running contacts können extrem frustrierend sein, aber wenn man an dem Punkt ist, wo die Treffer häufig richtig gut sind, dann kommt man aus dem strahlen gar nicht mehr heraus. Wahrscheinlich weil der Weg dahin so verdammt steinig war.

Der Online Kurs running contacts ist vorbei und wir sind nicht bis auf volle höhe gekommen und haben noch ganz viel zu trainieren. Das ist natürlich auch der ca. vier Wochen andauernden Frustrationspause meinerseits geschuldet. Aber eines kann ich sagen, Sykes trifft mittlerweile echt schon ziemlich gut, wenn auch noch nicht auf voller Höhe. Auf Stegen verschiedener Hersteller haben wir auch bisher noch nicht trainiert. Es gibt also noch einiges zu tun.

Innerhalb von diesem Blogbeitrag könnt ihr einige Videos sehen, die die gesamte Session zeigen, also alles was schief gegangen ist und alles was geklappt hat. Hier flogt nun eine positive Zusammenfassung von unserem Training 😉 unser Graduation Video der running contacts class von Silvia Trkman [Werbung da Kursnennung]. Ich würde mich freuen, wenn ihr uns ein “like” auf Facebook gebt [<– einfach da klicken] . Denn so habe ich die Chance einen weiteren Online Kurs zu gewinnen :).

Jetzt bleibt mir nur zu sagen: viel Geduld, Funktionstoleranz, Motivation und vor allem ganz viel Spaß bei running contacts. Wenn es endlich klappt dann macht es wirklich extrem viel Spaß 🙂

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